Fernwartung gehört in fast jedem Betrieb zum Alltag. Der IT-Dienstleister schaut kurz auf den Bildschirm, die Kollegin im Homeoffice bekommt Hilfe beim Drucker, der Kassenrechner wird aus der Ferne neu gestartet. Lange war dafür TeamViewer oder AnyDesk gesetzt. Deren kostenlose Versionen sind aber nur für die private Nutzung gedacht, und die Lizenzen für Firmen kosten jedes Jahr Geld. Deshalb schauen sich viele Betriebe RustDesk an.
Was RustDesk ist
RustDesk ist ein quelloffenes Programm für die Fernwartung. Die Grundversion kostet nichts und läuft unter Windows, macOS, Linux, Android und iOS. Ohne weitere Einstellung laufen die Verbindungen über öffentliche Server der Entwickler. Das funktioniert, ist aber oft langsamer, und Sie haben keinen Einfluss darauf, wo die Verbindungsdaten vermittelt werden.
Der eigentliche Vorteil von RustDesk ist, dass Sie einen eigenen Server betreiben können. Dann laufen Anmeldung und Vermittlung über Ihre eigene Infrastruktur, und nur Ihre Geräte nutzen diesen Server.
Wie ein eigener RustDesk-Server aufgebaut ist
Der kostenlose Server besteht aus zwei Diensten. Der erste, hbbs, vergibt die RustDesk-IDs und bringt zwei Rechner zusammen, die sich verbinden wollen. Der zweite, hbbr, leitet die Verbindung weiter, wenn eine direkte Verbindung zwischen den Rechnern nicht klappt, etwa weil beide hinter unterschiedlichen Routern sitzen. Am einfachsten laufen beide als Docker-Container. Das empfiehlt auch die Dokumentation, weil sich der Server so leicht aktualisieren und bei Bedarf umziehen lässt.
In der Firewall werden mindestens die TCP-Ports 21115 bis 21117 und der UDP-Port 21116 freigegeben. Die Ports 21118 und 21119 werden nur für den Webclient im Browser gebraucht. Wer sie nutzt, sollte sie laut Dokumentation nur über einen Reverse Proxy erreichbar machen, weil der Server sonst gefälschte Absenderadressen glauben könnte.
Beim ersten Start erzeugt der Server ein Schlüsselpaar. Den öffentlichen Schlüssel tragen Sie in allen RustDesk-Programmen ein, zusammen mit der Adresse Ihres Servers. Mit einer zusätzlichen Startoption akzeptiert der Server nur noch Verbindungen von Geräten, die diesen Schlüssel kennen. Das Schlüsselpaar gehört in die Datensicherung. Geht es verloren, erzeugt der Server beim nächsten Start ein neues, und alle Geräte müssen neu eingerichtet werden.
Geräte einrichten
In jedem RustDesk-Programm stehen unter den Netzwerk-Einstellungen die Felder für den ID-Server, den Relay-Server und den Schlüssel. Bei wenigen Geräten trägt man sie einfach von Hand ein. Einfacher wird es, wenn Sie die Einstellungen auf einem Gerät exportieren und auf den anderen importieren. Für viele Rechner lässt sich die Konfiguration auch schon bei der Installation über die Kommandozeile mitgeben.
Kostenlose Version oder Server Pro
Neben dem kostenlosen Server gibt es RustDesk Server Pro. Die Bezahlversion bringt eine Weboberfläche zur Verwaltung, Benutzerkonten mit Anmeldung über LDAP oder OpenID Connect, Zwei-Faktor-Anmeldung, eine Geräteverwaltung, Zugriffsregeln und mehrere Relay-Server. Außerdem können Sie sich damit ein eigenes RustDesk-Programm erzeugen lassen, in dem Ihr Server schon eingetragen ist.
Für einen kleinen Betrieb, in dem ein Dienstleister oder eine Person die Fernwartung macht, reicht die kostenlose Version meist aus. Sobald mehrere Leute mit unterschiedlichen Rechten auf viele Geräte zugreifen sollen und nachvollziehbar sein muss, wer wann wo war, lohnt sich ein Blick auf Server Pro.
Worauf es im Betrieb ankommt
Ein Fernwartungsserver ist ein Zugang zu allen Ihren Rechnern. Er sollte deshalb genauso sorgfältig betreut werden wie die Firewall. Dazu gehört, Server und RustDesk-Programme aktuell zu halten, denn viele neue Versionen enthalten Sicherheitskorrekturen. Was die kommende Version 1.5.0 dabei verbessert, etwa die Liste erlaubter Gegenstellen und das neue Verhalten des Einmalpassworts, haben wir im Artikel zu RustDesk 1.5.0 zusammengefasst.
Außerdem sollte jemand merken, wenn der Server einmal nicht erreichbar ist, bevor ausgerechnet im Notfall keine Verbindung zustande kommt. Und die Firewall sollte wirklich nur die Ports freigeben, die gebraucht werden.
RustDesk-Server von ITHeld24
Sie möchten die Vorteile eines eigenen Servers, aber keinen weiteren Server selbst betreuen? Wir hosten Ihren RustDesk-Server auf unseren eigenen Systemen und übernehmen den Betrieb: Einrichtung, Updates, Sicherung des Schlüssels und Überwachung. Die RustDesk-Programme auf Ihren Rechnern richten wir gleich mit ein. Wie wir Ihre IT darüber hinaus laufend betreuen, lesen Sie auf unserer Seite zur IT-Betreuung.
Rufen Sie uns an unter 0361 34949224 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Wir schauen gemeinsam, womit bei Ihnen heute aus der Ferne geholfen wird und ob sich der Umstieg lohnt.